Altes Stauwehr am Rinschbach

Manchmal hält die unmittelbare Umgebung am Wohnort Überraschungen bereit, die man so nicht für möglich gehalten hätte. Bei einem Frühlingsspaziergang kamen wir neulich an einer Staustufe vorbei, mit der der Rinschbach im südöstlichen Odenwald früher aufgestaut wurde. Ein kleiner Wasserfall direkt vor der Haustür. Sofort war klar: Ich komme mit der Kamera zurück.

So gelangt man zum alten Stauwehr

Um das alte Wehr zu erreichen, sollte man sich zunächst den Matthäusweg suchen, einen gut ausgebauten Wanderweg am Rinschbach entlang. Von diesem Parkplatz aus ist der direkte Weg leider nicht auf dem Wegweiser ausgeschildert, ich deute ihn aber mal mit Pfeilen an:

Schild mit Rundwanderwegen im Barnholz und am Rinschbach
Der Wegweiser am Parkplatz zeigt Euch nicht die Abkürzung (oben links), um schnell zum Rinschbach zu kommen.

Der Fußweg zum Stauwehr am Rinschbach nimmt ungefähr 15-20 Minuten in Anspruch. Es geht leicht bergab über meist gut ausgebaute Wege im Waldstück „Barnholz“, nahe Osterburken. Die letzten Meter geht es vom Weg aus steil hinab zum Rinschbach.

Die Stecke zur Fotolocation ist schön zu laufen und scheinbar ein Paradies für Jäger.

Wie das Foto vom Rinschbach Stauwehr entstand

Ich hatte bewusst darauf geachtet, ohne direkte Sonneneinstrahlung zu fotografieren. Daher war ich am frühen Abend zum Wehr gekommen. Der Plan war, ein völlig diffuses Licht einzufangen um später eine Lichtrichtung in das Bild einmalen zu können.

Rinschbach Stauwehr
Verrostet, aber noch da: Die Mechanik, mit der die Staustufe gesteuert wurde.

Mein Stativ stellte ich ins Wasser. Zum Glück hatte ich Gummistiefel dabei. Ich schoss eine Reihe Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, um das Wasser unterschiedlich weichgezeichnet einzufangen. Außerdem wollte ich unterschiedliche helle Bilder mit nach Hause bringen. Meine längste Belichtungszeit war 30 Sekunden, das machte ein ND-Filter möglich.

Fotostativ im Rinschbach
Gummistiefel erweitern die Optionen 😉

Bildbearbeitung meines Rinschbach-Motivs

Ich suchte mir drei Bilder aus:

  • Sehr lange Belichtungszeit dunkel
  • Sehr lange Belichtungszeit hell
  • Kurze Belichtungszeit, mittlere Helligkeit

Die drei Bilder übergab ich als Ebenen an Photoshop. Die dunkelste Ebene wurde meine Grundlage. Zunächst maskierte ich die kurze Belichtung im Bereich des fallenden Wassers in das Bild. Anschließend maskierte ich in den Umgebungsbereichen aus der hellen Langzeitbelichtung mehr Licht um den Wasserfall herum. Und ich betonte die Kanten, um einen direkten Lichteinfall aus dem Mittenbereich zu simulieren.

Der helle Bereich oben rechts wurde mit dem Kopierpinsel aus anderen Bereichen aufgefüllt, um ein dichtes Nadelwalddach zu bekommen und die Szenerie damit einzurahmen.

Die Sonne im Bild ist ein Flarefoto, eine Aufnahme eines Blitzlichts. Per „negativ multiplizieren“ legte ich es über die Szenerie.

Um rechts und links Halt zu bieten und zusätzlich zu rahmen, erzeugte ich mit dem Photoshop-Renderfilter zwei Bäume, die ich mit Box-Weichzeichnung rechts und links an den Bildrändern platzierte.

Den finalen Look mit der starken Aufhellung in der Mitte und Kontrasten in diesem Bereich und auch den endgültigen Farblook bekam das Bild in Lightroom.

Vorher/nachher-Slider

Equipment

  • Kamera: Canon EOS R5
  • Objektiv: EF 24-105mm f/4 L
  • Kameraeinstellung: 30, 8 und 1 Sek., ISO 100, manueller Modus
  • Objektiveinstellungen: 24 mm bei Blende 18
  • Sonstige Hardware: Stativ, ND-Filter 1.8
  • Software: Photoshop & Lightroom Classic

Location (Kamerastandpunkt)

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