Wolfsschlucht Zwingenberg

Wolfsschlucht Zwingenberg

Monatelang war sie gesperrt, nachdem schwere Stürme für Chaos gesorgt hatten: Die Wolfsschlucht bei Zwingenberg im Odenwald ist seit Ende Mai 2021 wieder geöffnet und zum großen Teil begehbar.

Wer auf dem Parkplatz des Restaurants Zur Wolfsschlucht parkt, hat vermutlich den schnellsten Zugang zur Schlucht gesucht. Nicht beirren lassen: Der untere Teil der Schlucht ist (Stand Mitte 2021) nach wie vor nicht begehbar. Deshalb sind am Anfang der Tour Warnschilder zu sehen, von denen man sich jedoch nicht abhalten lassen sollte.

Warnschild am Eingang zur Wolfsschlucht bei Zwingenberg
Gleich hinter der Burg kommt der Zugang zur Wolfsschlucht. Die Warnschilder sprechen eine klare Sprache.

Weiter oben, nachdem man die Burg Zwingenberg hinter sich gelassen hat, ist der Zugang zur Schlucht dann möglich. Und er lohnt sich. Man sollte allerdings gut zu Fuß sein und festes Schuhwerk dabei haben. Vor allen Dingen nach Regenfällen ist es ziemlich rutschig und matschig in der Schlucht.

Die Wolfsschlucht bei Klingenberg

Wie das Bild der Wolfsschlucht entstand

Nicht immer führt das Schlossbächlein viel Wasser. Wenn es zuvor nicht geregnet hat, ist der Bach in der Schlucht eher ein Rinnsal. So war es an dem Tag, als wir hindurchwanderten.

An der Location bin ich zweimal vorbeigelaufen. Aus Kopfhöhe ist sie nämlich relativ unspektakulär. Erst wenn man die Kamera in eine tiefe Position bringt und sie nah an das kleine Rinnsal heranführt, wird die Kombination aus Wasser, den vermosten Felsen und dem braunen Vordergrund plötzlich interessant. Ein Totholz gab mir zudem an dieser Stelle eine perfekte Rahmung unten links.

Auf diesem Bild wird deutlich, wie klein die fotografierte Location ist. Wenn wenig Wasser fließt, ist man auch für derart kleine Rinnsale dankbar 😉

In der Wolfsschlucht ist es am Nachmittag bereits recht dunkel. Allein der eingesteckte Polfilter brachte mich in die Lage, Belichtungszeiten von 2 Sekunden bei offener Blende zu erreichen. Genug, um das Wasser verwischt fließend aussehen zu lassen.

Ich machte in dieser Position zwei Bilder: Die beiden Aufnahmen hatten den Polfilter jeweils in seinen beiden extremen Einstellungen. Einmal mit maximaler Wirkung auf Spiegelungen, einmal praktisch ohne Wirkung.

Bildbearbeitung der Aufnahme aus der Wolfsschlucht

Weshalb zwei Aufnahmen mit unterschiedlichen Polfiltereinstellungen?
Bei Wasserfällen mit unklarem Verlauf oder wenig Wasser kann es sinnvoll sein, den Wasserlauf zu betonen. Nimmt man in Photoshop das Bild mit voll wirksamem Polfilter als Grundlage und legt die Aufnahme ohne Polfilterwirkung darüber, so lässt sich über eine Maske der Wasserverlauf nachzeichnen und stark betonen. Genau das habe ich hier getan.

Vergleich der Wirkung: Polfilter am Wasserfall
Links ohne, rechts mit Polfilterwirkung

In Photoshop entfernte ich eine ganze Reihe störender Details, die das Bild sehr unruhig machten. Dann übergab ich es an Lightroom. Ich betonte das Licht oben, hellte den Bereich um das Wasser herum auf, trennte und betonte die Farbtöne (grün, braun, blau).

Vorher/nachher-Slider

Equipment

  • Kamera: Canon EOS R5
  • Objektiv: EF 17-40mm f/4 L
  • Kameraeinstellung: 1,3 und 2 Sek., ISO 100, manueller Modus
  • Objektiveinstellungen: 19 mm bei Blende 4
  • Sonstige Hardware: Stativ, Polfilter
  • Software: Photoshop & Lightroom Classic

Location (Kamerastandpunkt)

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