Fischauktionshalle Hamburg am Morgen

„Früh aufstehen lohnt sich“ klingt wie eine hohle Phrase für einen Langschläfer wie mich. Um an der Fischauktionshalle Hamburg zu fotografieren, hatte ich mir den Wecker auf hässliche 4 Uhr gestellt. Da mein Hotel ganz in der Nähe war, konnte ich die Halle fußläufig erreichen. Mein Ziel war, zu fotografieren, während die Außenbeleuchtung noch eine Chance gegen die blaue Stunde hat.

Der Containerhafen und Docks des Hamburger Hafens
Langweilig wird es an der Location nie: Der Containerhafen und die Docks liegen gleich gegenüber.

Wie das Foto der Fischauktionshalle Hamburg entstand

Ziemlich schnell hatte ich diese Position schräg gegenüber der Fischauktionshalle Hamburg ausgemacht. Ich baute mein Stativ auf und setzte einen GND-Filter 0.9 vor das Objektiv. Zusätzlich setzte ich noch einen leichten ND-Filter davor, denn die gekräuselte Wasseroberfläche musste gebändigt werden. Mein Ziel war, 30 Sekunden Belichtungszeit zu erreichen.

Dort stand ich dann insgesamt knapp anderthalb Stunden und schoss fortwährend Fotos: Vom Anfang der blauen Stunde bis zu dem Moment, an dem die Sonne hinter den Häusern aufging. Eigentlich hatte ich auf ein Morgenrot oder dramatisch leuchtende Wolken gehofft, das blieb aber an diesem Morgen aus.

Tipp: Wer dort einsam und für sich alleine fotografieren möchte, sollte keinen Sonntagmorgen dafür einplanen. Sonntags ist auf dem Platz vor der Halle nämlich Fischmarkt – und damit einiges los.

Nachdem die Sonne aufgegangen ist, solltest Du die Gegend noch ein wenig erkunden. Du findest in unmittelbarer Nähe z.B. ein U-Boot-Museum. Und auch so manches Detail 😉

Bildbearbeitung

Es war eines der ersten Bilder des Morgens, die ich mir für die Bearbeitung vornahm. Das zeigte mir einmal mehr: Frühes Aufstehen lohnt sich!

Gleich zu Beginn der blauen Stunde hatte ich noch schöne Wolkenformationen am Himmel und die Helligkeit der Gebäudebeleuchtung im Verhältnis zum Himmel war ausgewogen.

Nachdem ich das Bild fertig bearbeitet hatte, ließ ich es einige Tage liegen. Als ich es mir das nächste Mal ansah, kam mir der Gedanke: Wie würde eine Kombination von zwei Bildern aussehen, die mit anderthalb Stunden Abstand fotografiert wurden?

Ich legte zwei Bilder in Photoshop übereinander und richtete sie aus. Dann experimentierte ich mit Masken, um die Bilder zueinander zu bringen. Die ersten Versuche scheiterten kläglich: Das sah einfach unrealistisch aus. Der Durchbruch gelang erst, nachdem ich die hellere Sonnenaufgangsebene auf den Überblendmodus „aufhellen“ gesetzt hatte. In diesem Modus blieben die Lichter der blauen Stunde erhalten und die Montage wurde zunehmend realistischer.

Die Art des Überblendmodus war entscheidend, und das Ausarbeiten der Maske in Photoshop.

Größte Herausforderung war die Platzierung des Überganges, denn die Helligkeitswerte der beiden Bilder waren extrem unterschiedlich. Außerdem tricky: Der Wasserpegel war in den 90 Minuten erheblich angestiegen!

Das fertige Bild übergab ich an Lightroom. Dort kamen zahlreichen Masken zum Einsatz, um die Farbabstimmung zu optimieren. Den Weg vom ersten Ausgangsfoto (ohne Sonne) bis zum fertigen Bild zeigt der vorher/nachher-Slider eindrucksvoll:

Vorher/nachher-Slider

Equipment

  • Kamera: Canon EOS R5
  • Objektiv: EF 17-40mm f/4 L
  • Kameraeinstellung: Verschiedene Kameraeinstellungen bei zwei unterschiedlichen kombinierten Aufnahmen, ISO 100, manueller Modus
  • Objektiveinstellungen: 20 mm, unterschiedliche Blenden
  • Sonstige Hardware: Stativ, GND- und ND-Filter
  • Software: Lightroom Classic & Photoshop

Location (Kamerastandpunkt)

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