Neuschwanstein Fotolocation bei Sonnenuntergang

Die vielleicht berühmteste Neuschwanstein Fotolocation ist wohl die Marienbrücke. Selbstverständlich habe ich von dort aus auch ein Bild gemacht , schließlich hat man von dort einen atemberaubenden Blick auf das Märchenschloss in Bayern.

Ich wollte aber nicht nur mit diesem Foto vom Schloss Neuschwanstein nach Hause kommen und suchte deshalb nach Alternativen Perspektiven.

Neuschwanstein Fotolocation: Was ist legal?

Eigentlich wollte ich in diesem Absatz etwas zu alternativen Perspektiven und anderen Locations schreiben, einen kleinen Locationguide für Neuschwanstein-Bilder. Als ich in der Schlössergegend unterwegs war, wurde mir aber schnell klar: Die meisten alternativen Ausblicke lassen sich nicht legal erreichen.

So sind Aussichtspunkte rechts und links der Marienbrücke nur erreichbar, indem man Abschrankungen überschreitet. Die Schranken haben jedoch ihren Sinn: Sie sollen die Umgebung vor den Touristen schützen. Deshalb werde ich hier nicht darauf eingehen und ich habe sie auch nicht besucht.

Mit der Drohne: Keine (legale) Chance

Auch Aufnahmen mit der Drohne sind legal rund um das Schloss Neuschwanstein eigentlich nicht machbar. Zwar gäbe es theoretisch einen kleinen Bereich über einer Heuwiese, der außerhalb der Naturschutzgebiete in diesem Bereich liegt. Ich glaube jedoch kaum, dass der Landwirt, dem diese Wiese gehört, den Flug über seinen Kühen erlaubt. Bleibt nur die Option, eine legale Flugerlaubnis bei den Behörden zu beantragen. Ich habe den Aufwand bei ungewissem Ausgang nicht betrieben.

Agrarbegegnungen

Apropos Landwirt: Den habe ich sogar kennengelernt. Um den Spot für meine Neuschwanstein Fotolocation zu erreichen, bin ich vom Wanderweg aus auf eine nicht eingezäunte Wiese abgebogen. Ich dachte mir nichts dabei. Vor Ort kamen mir erste Zweifel, als die Kühe sich plötzlich massiv für das Fotografieequipment interessierten.

Und als ich von der Wiese wieder zurück lief, kam ich an einer Scheune vorbei, an der zwei Männer saßen und ein Feierabendbier tranken. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass einer der beiden der Landwirt war, dem die Wiese gehörte.

Kühe und eine Kamera an einer Neuschwanstein Fotolocation

Er bat mich, die Neuschwanstein Fotolocation nicht zu veröffentlichen. „Wenn das Gras niedrig ist, so wie jetzt, ist es nicht so schlimm, wenn Ihr Fotografen dahin lauft. Meist drücke ich ein Auge zu.“ Aber in ein paar Wochen, wenn das Gras höher steht, trampeln wir Fotografen Futtermittel nieder und schaden dem Landwirt. Ich finde das nachvollziehbar. Und unabhängig davon würde ich auch nicht wollen, dass Touristen durch meinen Garten laufen.

Wie das Foto von meiner Neuschwanstein Fotolocation entstand

Ich suchte mir auf der Wiese den richtigen Blickwinkel, stellte das Stativ auf, setzte einen GND-Filter (0.9) in den Filterhalter und wartete darauf, dass die Sonne unterging und jemand das Licht am Schloss einschaltete.

Neuschwanstein Fotolocation

Endlich Sonnenuntergang: Als es soweit war, machte ich eine Serie von Belichtungsvariationen. Der Unterschied von Hell zu Dunkel war schon recht groß und ich wollte später alle Bearbeitungsoptionen in der Hand haben.

Bildbearbeitung

Die einzelnen Belichtungsvariationen legte ich in Photoshop mit der Funktion „Ebenen automatisch ausrichten“ exakt übereinander. Anschließend holte ich mir aus den jeweils passenden Einzelbildern über Masken die Bildinhalte. Überbelichtete Bereiche reparierte ich so, zu dunkle Bereiche erhielten Details zurück.

Die unscharfen Sträucher im Vordergrund sind mit Photoshop-Bordmitteln entstanden: Der Renderfilter „Baum“ bietet alles, was dazu notwendig ist. Damit kann man sich schnell Blätter in den Vordergrund setzen.

Ich machte die Blätter zu Smartebenen und zeichnete sie mit dem Filter „Box-Weichzeichnung“ weich. Ich nehme für extreme Weichzeichnungen am liebsten diesen Filter, weil sein Unschärfeeffekt dem Bokeh eines realen Kameraobjektives meiner Meinung nach am nächsten kommt.

Den finalen Look bekam das Bild in Lightroom. Dort ergänzte ich oben rechts noch einen leicht überstrahlten Bereich, machte die Schlossfront knackig rot, ergänzte einen Farblook und justierte die Kontrastwerte des Bildes. Im vorher/nachher-Slider kann man den Weg vom Foto zum fertigen Bild ganz gut verfolgen:

Equipment

  • Kamera: Canon EOS 5D Mark III
  • Objektiv: EF 24-105mm f/4 L
  • Kameraeinstellung: 2, 3.2, 5 und 8 Sek., ISO 200, manueller Modus
  • Objektiveinstellungen: 105 mm bei Blende 8
  • Sonstige Hardware: Stativ, GND-Filter 0.9
  • Software: Photoshop & Lightroom Classic

Location (Kamerastandpunkt)

Dieses mal gibt es keine Locationinfo. Im Beitrag oben erkläre ich, warum.

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