Mount Cook

Eigentlich erstaunlich, dass niemand anhielt und fragte, ob ich Hilfe benötige.

Ich lag in Neuseeland am Lake Pukaki quasi im Straßengraben. Wenn Autos vorbei fuhren, hob ich demonstrativ die Kamera an, um zu signalisieren: Ich bin kein Unfallopfer. Ich wollte für mein Foto nämlich sehr tief hinunter auf die Straßenebene, nachdem ich vorher lange erfolglos nach einer interessanten Perspektive gesucht hatte.

Dabei ging der Tag eher enttäuschend los: Mount Cook hüllte sich zum wiederholten Mal in Wolken.

Wenig Wolken zwar nur, aber ich hatte ja auch nur wenig Zeit, nachdem ich am Tag zuvor den Mount Cook, durch Regenwolken verdeckt, überhaupt nicht zu Gesicht bekam:

Also legte ich mich auf die Lauer. Ich hoffe, dass sich die Wolken rund um den Mount Cook vielleicht doch noch verflüchtigen würden. Ziel war es, ein interessantes Auto auf seinem Weg zum Berg zu fotografieren. Und um eine interessante Perspektive zu bekommen, musste ich ganz weit runter, quasi in den Straßengraben.

Ein Schuss gelang. Ich war euphorisch. Ein schneller Blick auf das Kameradisplay zeigte mir ein Bild, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Also stieg ich ins Auto (ich war ja immer noch unter Zeitdruck), und fuhr schnell weiter. In der Zwischenzeit zogen neue Wolken vor Mount Cook.

Der schreckliche Erkenntnis kam eine Stunde später, als ich in der Kamera in Ruhe in mein favorisiertes Bild hineinzoomte: Es war nicht scharf! Ich überprüfte die anderen Bilder und erkannte: Keines zeigte den Berg so richtig scharf. Alle waren unscharf, und zwar jedes irgendwie anders.

Später am Rechner erkannte ich: Die Straße hatte sich aufgeheizt und die Luft über der Straße flimmerte. Durch meine tiefe Position beim Fotografieren hatte ich diese flimmernde Luft voll im Bild. Das erzeugte Unschärfe:

Ich löste das Problem in Photoshop. Zum Glück hatte ich eine scharfe Aufnahme von einem anderen Standort aus gemacht, als die Flächen des Berges bereits weitestgehend ohne Wolken waren.

Diese Aufnahme montierte ich deckungsgleich und maskierte den oberen Teil des Berges aus der scharfen Aufnahme in mein Grundbild hinein.

Anschließend entfernte ich störende Details, fügte eine Flare als Sonne ein und gab dem Bild in Lightroom den finalen Look. Der vorher/nachher-Slider zeigt den Weg zum fertigen Bild:

Equipment

  • Kamera: Canon EOS 5D Mark III
  • Objektiv: EF 70-300mm f/4-5.6 L
  • Kameraeinstellung: 1/2000 Sek., ISO 200, manueller Modus
  • Objektiveinstellungen: 200 mm bei Blende 5
  • Software: Photoshop CC & Lightroom Classic

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