Ein Bild aus dem Jahr 2010. Damals schoss ich noch JPG, hatte gerade meine erste digitale Spiegelreflexkamera im Einsatz. Die Aufnahme entstand auf dem Weg von Californien nach Arizona, irgendwo in the middle of nowhere. Die Landschaft ist zunächst interessant, wird aber nach einigen Stunden langweilig, weil man immer dasselbe sieht. Entweder macht man als Beifahrer ein Nickerchen, oder man schnappt sich die Kamera und schießt in der Gegend herum.

Auf diese Weise zielte ich in den Rückspiegel. Es war ein Moment, in dem wir zum Überholen des Vorherfahrenden ansetzen. Durch den Spiegel ist der Truck auf der spiegelverkehrten Seite zu sehen. Das sieht aus, als würde er drängeln. Daraus entstand die Idee, ihn mit Lichthupe und dramatischem Dieselschwaden tatsächlich drängeln zu lassen. Getrieben wurde diese Idee vielleicht auch durch Erinnerungen an alte Steven-King-Horrorstreifen (erinnert Ihr Euch noch an Rhea M.?)

Zunächst entwickelte ich das Bild in Lightroom. Da es ein JPG ist, waren die Optionen eingeschränkt. Ich entsättigte es und versuchte, alle Farben außer dem Gelb des LKW im Bild abzuschwächen. Auch sorgte ich für einen kontrastarmen und hellen Hintergrund hinter dem Spiegel.

Das Licht des LKW entstand überwiegend in Photoshop mit Flares. Zum Schluss setzte ich noch ein paar horizontale Pinsel in Lightroom darauf, um den cineastischen Lichtlook zu verstärken.

Dem LKW gab ich einen grimmigen Eindruck mit Mund und Augenbrauen á la Disney’s „Cars“. Das realisierte ich mit dem Verflüssigen-Filter in Photoshop. Der Rauch über den Auspuffen entstand mit einem Pinsel in Photoshop und wurde mit dem Bewegungsunschärfe-Filter beschleunigt.

Der vorher/nachher-Slider zeigt den Weg vom Foto zum fertigen Bild:

 

Kamera: Canon EOS 450D
Objektiv: EF-S 18-55mm f/3,5-5,6
Kameraeinstellung: 1/160 Sek., ISO 200, manueller Modus
Objektiveinstellungen: 27 mm bei Blende 5,6
Software: Lightroom Classic & Photoshop CC