Castle on Fire

Feuerwerke zu fotografieren ist so eine Sache: 10 oder 15 Minuten Show – und im Grunde genommen weiß man vorher nicht so genau, wo was wann stattfinden wird. Da ist es eine glückliche Fügung, in einem Freizeitpark die große Abschlussshow am Ende eines Tages fotografieren zu können. In diesem Fall handelt es sich um „Dreams“ im Disneyland Paris.

Glück im Unglück: Ich hatte mich über die Showzeiten falsch informiert, war viel zu früh vor Ort und konnte mir deshalb mit dem Stativ den besten aller möglichen Plätze sichern: Genau mittig vor dem Schloss, ohne irgendwelche störenden Köpfe vor mir. Den Platz gab ich nicht mehr her und nahm dafür auch eine knappe Stunde Wartezeit bei eisigen, windigen Minusgraden in Kauf.

Castle on Fire (MakingOf) 02Ich habe die Show bereits vorher anschauen können und wusste daher, was wann wo passieren wird. Auch wusste ich, dass beim furiosen Finale aus allen Rohren gefeuert werden wird. Der Versuch, das auf den Sensor zu bannen führte in der Vergangenheit regelmäßig zu strahlend weißen Atompilzen in der Mitte des Bildes, ohne irgendwelche Details. Denn was bei den Einzelfeuerwerken vorher gut funktionierte, ist für den Finalschuß viel zu viel Licht.

Also nahm ich mir vor, einige Sekunden vor dem Ende die Kamera neu zu justieren und mit ISO und Blende dem zu erwartenden Lichtvorhang entgegen zu wirken. Gar nicht so einfach, da die Nerven zu bewahren, zumal wenn man diesen optimalen Platz ergattert hat. Denn während um einen herum alle begeistert fotografieren (es geht ja auf’s Finale zu und da ist einiges am Himmel los), dreht man selbst Rädchen an der Kamera und fragt sich, ob das wirklich die richtige Idee war…

5 Sekunden Belichtungszeit, dachte ich mir, sollten reichen um alle Finalelemente im Bild zu haben. Und dann zählte der Takt: Die Musik steigerte sich und ich versuchte, diesen einen richtigen Moment für die Auslösung zu erwischen, der genau 5 Sekunden vor dem großen Endpaukenschlag liegt. Klick, abgedrückt, nichts geht mehr. Und dann kam genau während des 5-Sekunden-Belichtungszeitfensters das bombastische Endfeuerwerk: Bingo!

Wieder daheim dann der gespannte Blick auf das RAW: Hat in der Enge auch niemand gegen das Stativ getreten? Ist in dem Lichtchaos noch etwas Detail vom Schloss zu erkennen?

Castle on Fire (MakingOf) 01

Ich finde, das Ergebnis ist ganz brauchbar geworden. Es entspricht dem, was ich vor Ort gesehen habe und was ich zeigen wollte. In Lightroom nahm ich die Lichter noch zurück, dort verbargen sich zusätzliche Details im RAW. Anschließend erhöhte ich Kontrast und Klarheit, um mehr Dramatik in das Bild zu bekommen.

Kamera: Canon EOS 5D Mark III
Objektiv: EF 17-40mm f/4 L
Kameraeinstellung: 5 Sek., ISO 100
Objektiveinstellungen: 24 mm bei Blende 18
Software: Lightroom 4
Sonstiges Equipment: Stativ (Cullmann Magnesit 528C, voll ausgefahren), Stativkopf (Novoflex Ball 40), Auslösung mit Canon IR-Funkauslöser RC-1

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