Tegernsee Sunrise

Es war nicht die niedrige Temperatur, sondern der andauernde Wind, der fürchterlich bibbern ließ beim Warten auf den Sonnenaufgang gegenüber der St. Laurentius Kirche in Rottach-Egern am Tegernsee in Bayern. Aber das Frieren hat sich gelohnt.

Wie das Foto vom Sonnenaufgang am Tegernsee entstand

Ich war früh aufgestanden, denn ich hatte eine ganze Weile mit dem Auto zu fahren, um Rottach-Egern zu erreichen. Als ich ankam, wechselte die Nacht zum Tag. Der Ort war noch völlig verschlafen. Außer mir war nur eine Handvoll Jogger unterwegs.

Bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts hatte ich mich etwas verschätzt: Ich hatte nicht berücksichtigt, dass durch die Berge im Hintergrund der Sonnenaufgang erst sehr viel später stattfinden würde. Also blieb mir nichts weiter übrige, als zu warten und im Wind zu zittern.

Ich war viel zu früh vor Ort und hatte Zeit, mir die herzerweichende Story des alten Tuffsteinkreuzes durchzulesen, in dessen Nähe ich meinen Standort gewählt hatte.

Apropos Wind: Der Traum vom wunderschön spiegelnden Tegernsee blieb ein Traum. Das Wasser kräuselte sich mächtig. Also blieb mir nur, die Wasseroberfläche mithilfe einer Langzeitbelichtung zu beruhigen. Richtig weich würde die Überfläche erst jenseits von 60 Sekunden. Ich begnügte mich mit 30 Sekunden, da ich mehrere Aufnahmen von dem Moment machen wollte, in dem die Sonne über die Bergkante schaute.

Der Wind sorgte für eine unruhige Wasseroberfläche am Tegernsee

Bildbearbeitung

Mir wurde schnell klar: Der Bildausschnitt war nicht optimal. Ich hatte versäumt, den Sonnenstern etwas weiter in die Bildmitte zu integrieren. Er saß zu weit links. Also übergab ich das Bild zuerst an Photoshop. Dort baute ich links eine Erweiterung, um die Sonne weiter in die Mitte zu rücken. In Photoshop verschwand auch der Rest der Kaimauer unten rechts.

Das Stückchen Berg links fehlte mir in meiner Aufnahme. Ich hatte den falschen Bildausschnitt gewählt und hätte besser ein wenig mehr geöffnet.

Lightroom war ein optimales Werkzeug, um die richtige Bildstimmung ins Bild zu bekommen. Dabei war mein Ziel, einen starken Helligkeits- und Farbkontrast zwischen bläulichen Schatten und warmen sonnenbeschienenen Bereichen hinzubekommen. Ich erreichte das mit einigen Pinseln, Radial- und Verlauffiltern. Mit einer negativen Struktur verringerte ich die Details im Wasser.

Im mit dem Original-Bild und dem fertigen Ergebnis erkennt man ganz gut, was gemacht wurde:

Vorher-/Nachher-Slider

Equipment

  • Kamera: Canon EOS 5D Mark III
  • Objektiv: EF 24-105mm f/4 L
  • Kameraeinstellung: 30 Sek., ISO 200, manueller Modus
  • Objektiveinstellungen: 28 mm bei Blende 16
  • Sonstige Hardware: Stativ, ND-Filter & GND-Filter
  • Software: Lightroom Classic & Photoshop CC

Location (Kamerastandpunkt)

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