Der Wunsch, auch ein Foto vom Blutmond 2018 zu machen und so die totale Mondfinsternis einzufangen, entstand erst am Morgen des Finsternistages. Plötzlich kam mir die Idee, Windräder als Vordergrundmotiv mit ins Bild zu nehmen. Das war Motivation genug, auch einen Blutmond zu fotografieren.

Ich schnappte mit mein stärkstes Tele und eine Cropkamera für die größtmögliche Telewirkung (danke Caro!). Ich suchte mir drei nebeneinander stehende Windräder in der Nähe mit Google Maps. Die Website mondverlauf.de half mir dabei, die Postion zu finden, von der aus ich den Mond direkt über dem Horizont hinter den Windrädern haben würde.

Als ich die Position erreichte, gab es doppelte Ernüchterung: Ein Dunst- und Wolkenschleier hatte sich über dem Horizont breit gemacht und mitten zwischen den Wandrädern stand ein störender Turm.

Der Turm war nicht das Hauptproblem (für sowas gibt es Photoshop), der Dunst machte mir große Sorgen. Und es kam, wie ich befürchtete: Auch 20 Minuten nach Mondaufgang war der Mond von meiner Position aus noch nicht zu sehen. Damit war klar: Sollte er überhaupt rauskommen, ist er bereits so hoch, dass die Idee mit dem Windrad Geschichte sein wird.

Eine Dreiviertelstunde später erhob er sich aus dem Dunst, kaum erkennbar und natürlich viel zu hoch:

Ich packte meine Sachen wieder ein, Operation Blutmond war für mich beendet. Nachdem ich ins Auto stieg kam mir dann die Idee, näher zu den Windrädern hin zu fahren. Ich fand sie und positionierte mich auf dem Acker vor einem der Räder, die in Bewegung waren.

Plötzlich war das Motiv wieder interessant. Allerdings waren nun die technischen Herausforderungen groß: Es war in der Zwischenzeit fast völlig dunkel und die Kamera kam mit ihrem ISO-Rauschen an Grenzen. Länger belichten konnte ich nicht, weil sonst die Bewegung im Windradflügel kaum noch sichtbar gewesen wäre. Dazu kam, dass ich in der Dunkelheit manuell fokussieren musste. Bei einem blinkenden roten Windradlicht, dass immer nur für eine Sekunde sichtbar ist, ist das eine knifflige Aufgabe. Und ein weiteres Problem war die große Geschwindigkeit des Mondes. Hatte ich mich auf dem Acker platziert und alles eingestellt, war er schon wieder aus der Position gelaufen.

Er später, daheim am Rechner, fiel mir auf, dass ich sogar die Chance gehabt hätte, ein Gruppenbild mit ISS und dem Mars zu präsentieren:

Am Ende kam ein stark verrauschtes Bild heraus, welches mir dennoch gefiel. Ich machte in Lightroom einige Kontrast. und Farbanpassungen, weitere Bildbearbeitung war jedoch nicht im Spiel:

 

Kamera: Canon EOS 60D
Objektiv: EF-70-300mm f/4-5,6 L
Kameraeinstellung: 0,6 Sek., ISO 1250, manueller Modus
Objektiveinstellungen: 300 mm bei Blende 6,3, manueller Fokus, Stabilisator aus
Zubehör: Stativ, Fernauslöser
Software: Lightroom Classic